Der geheimnisvolle Schatten
“Ciao Vivi” verabschiedet sich Mimi. “Ja ciao. Wollen wir uns morgen wieder um 15 Uhr treffen?”, schlägt Vivi ihrer besten Freundin vor. “Ja so um 15 Uhr bei mir zu Hause” stimmt Mimi zu. Nun schließt Mimi die Haustür vor ihr und winkt dabei wie die Queen Elisabeth. Heute geht Vivi allein nach Hause. Sie mag es zwar nicht so gerne, aber heute will sie es mal wagen! Was noch beunruhigender ist, heute ist Freitag der 13te. Vivi ist zwar nicht abergläubisch, aber hat trotzdem ein komisches Gefühl. Sie schaut nach vorne zur Sesamstraße , holt dabei tief Luft und geht entschlossen los. Auf dem Weg fühlt Vivi sich irgendwie verfolgt und schaut sich unsicher um. An jeder Ecke und hinter jedem Busch bleibt Ihr Herz einen Moment lang vor Schreck stehen und rutscht anschließend fast in ihre Hose! Plötzlich springt eine schwarze Katze hinter einem Auto hervor und verschwindet aber gleich wieder hinter der nächsten Ecke. Langsam erholt sie sich wieder nach dieser Schrecksekunde und geht erleichtert weiter. Jetzt weiß Vivi, warum sie sich verfolgt gefühlt hat.
Im nächsten Augenblick nimmt Vivi einen düsteren Schatten wahr und dreht sich ruckartig um. Vivi denkt, sie träumt, doch vor ihr steht wirklich eine dunkle Gestalt mit einem Strumpf über dem Kopf. Sie weicht zurück, denn erstens, Vivi hat richtig Angst, zweitens wurde der Strumpf wohl schon lange nicht mehr gewaschen und drittens hat sie sich sehr erschreckt. Die geheimnisvolle Gestalt kommt immer näher und Vivi weicht immer weiter zurück. Dem Käse-Stink-Dieb reicht es jedoch langsam. Er hält Vivi fest. Daraufhin brüllt sie im ins Ohr: “Was willst du von mir?!” Die Gestalt gibt keine Antwort, sondern stellt ihr sogar noch ein Bein. Vivi strauchelt und stürzt auf den Boden. Der Dieb nutzt die Gelegenheit und schnappt sich ihre Tasche. Vivi versucht aufzustehen, humpelt dem Dieb noch hinterher und erwischt grade so noch die Socke vom Kopf des Diebes. Angeekelt lässt sie den Käsesocken fallen. Der Käsetyp dreht sich blitzschnell um. Im letzten Moment erkennt sie noch die roten Haare des flüchtenden Diebes. Vivi will hinterher, doch sie stolpert über einen Stein und fällt wieder hin. Erschöpft schaut sie dem Flüchtenden hinterher, wie er in der Dunkelheit verschwindet. Sie schaut neben sich auf den Boden und ihr fällt ein Deutschbuch auf, auf dem der Name „Beni Klinger“ steht. Vivi‘s Bauch füllt sich mit Wut und ihr Kopf wird ganz rot, nicht nur wegen der Wut, sondern auch vor Enttäuschung. Es ist Vivi‘s Klassenkamerad Beni. Und genau in ihn hat sie sich insgeheim verknallt.
1. Kapitel:Amer Beni
„Drr, drr, drr!“ „Och nöö, mein Wecker“, jammert Vivi. Noch ziemlich verschlafen steht sie auf. „AUTSCH!“ schreit sie plötzlich, denn sie hat sich am Schreibtisch angehauen. Leider auch noch genau dort, wo ihre Platzwunde ist. Plötzlich erinnert sich Vivi an das Ereigniss von gestern. Als sie kurz darauf vorm Klassenzimmer steht, läuft ihr eine Träne über das Gesicht. Schnell wischt sie sich die Träne weg. Wie gestern vor der Sesamstraße holt Vivi tief Luft, bevor sie die Tür öffnet. Zwei Stunden später in der Pause, tippt sie Beni an. Vivi zeigt auf die Bank und er versteht natürlich sofort, das sie mit ihm sprechen will. Dort angekommen, fragt Beni: „Was willst du von mir?“ Vivi holt ohne etwas zu sagen das Deutschbuch raus, das sie heute früh extra eingepackt hat und legt es neben sich hin. Beni wird auf einmal ganz rot. Vivi sagt: “Das hab ich gestern gefunden, nachdem mir meine Tasche geklaut wurde.” Er faucht: “Lass mich doch einfach in Ruhe!” Er schnappt sich sein Buch und stellt sich wieder zu seinen Freunden. Vivi denkt kurz nach und fasst einen Entschluss. Sie wird Beni gleich nach der Schule beschatten. Die Schulzeit vergeht sehr schnell, so dass Vivi gleich nach dem Gong mit ihrer Verfolgungsjagd anfangen kann. Beni geht zum Fahrradständer und steigt auf sein Mountain-Bike. Vivi wartet kurz, aber steigt dann ebenfalls auf ihr Rad. Beni fährt in den Sesampark und Vivi in sicherem Abstand hinterher. Er hält bei einer Bank an und stellt sein Fahrrad neben der Bank ab. Beni schaut sich unsicher um, bevor er auf eine Lichtung schleicht. Vivi macht es anders, denn sie versteckt sich hinter einem Busch in der Nähe von Beni. Plötzlich kommen zwei Typen direkt auf Beni zu und stellen sich vor ihn hin. Man merkt Beni sofort an, dass ihm der Schweiß fast wie ein Wasserfall runterläuft. “Na Kleiner, hast du die coole Tasche von der Kleinen?”, fragt der kleinere Typ. “Äh, Äh, Ja”, stottert Beni und holt die Tasche aus seinem Rucksack. Vivi starrt auf ihre Tasche. “Gut so, Kleiner!”, sagt diesmal der größere Typ. “Bring uns nochmal eine Ladung, aber diesmal Mimi.Aber denk daran :wenn du uns verpfeifst, wirst du das bereuen!”, droht der kleinere Typ. “Heute ist Samstag, du musst die Tasche morgen um 14 Uhr haben. Morgen treffen wir uns wieder hier.” flüstert der größere Beni ins Ohr. Der Kleine schubst ihn zur Seite und geht weiter, der größere hinterher. Vivi kann nicht glauben, dass Beni von den beiden Typen erpresst wird. Doch sie hat eine gute Idee. Vivi ruft ihren Vater an, den Kommissar Schütze. Sie erzählt ihm alles und ausführlich. Ihr Vater ist sehr erstaunt. Vivi fragt: “Können wir die Erpresser morgen beschatten?” Daraufhin erwidert ihr Vater nur “Natürlich, aber nur, wenn du dich zurückhältst.” Vivi freut sich riesig, denn ihrer Meinung nach hat sie den besten Papa auf der ganzen Welt. Sein letzter Satz war: “Aus dir wird bestimmt mal eine gute Kommissarin.” Dann legt er auf. Auf dem Weg nach Hause denkt Vivi die ganze Zeit über Papa‘s letzte Worte nach.
2. Kapitel:Abgeführt
Vivi schaut sich unruhig um. “Jetzt müssten sie gleich kommen, es ist ja schon 5 vor zwei”, denkt sie nervös und mit schwitzigen Händen. Alle Polizisten haben sich hinter einem Busch versteckt, genauso auch Vivi. Beni kommt auch so wie gestern, mit dem Mountain-Bike. Eigentlich läuft alles so wie gestern ab. Die Kirchenglocken läuten Punkt 14 Uhr. Genau beim letzten Gong kommen die gleichen zwei Typen wieder, mit denen sich Beni bereits gestern getroffen hatte. Sie verlangen heute die Tasche von Mimi. Vivi sieht genau, dass es die Tasche von Mimi ist, denn es ist Mimis Lieblingstasche. Die Tasche hat Mimi geschenkt bekommen, und zwar von Vivi. Geschockt schaut sie zu, wie der größere Typ Beni am Kragen packt. Schnell gibt sie ihrem Papa, dem Kommissar, ein Zeichen. Er versteht es sofort und gibt das Zeichen an seine Kollegen weiter. Alle Kollegen schauen nur auf den Kommissar Schütze, der jetzt einen Daumen hoch macht. Die Kollegen verstehen das Zeichen sofort und wissen genau, was zu tun ist. Blitzschnell springen alle Polizisten aus ihren Verstecken und zücken ihre Pistolen. Die beiden Typen schauen ganz schön blöd aus der Wäsche und Beni steht wie versteinert da. Dem größeren Typen wurden als erstes die Handschellen angelegt, denn er hat sich ziemlich gewehrt und da er bereits 20 jahre alt ist. Der kleinere ist erst 16 Jahre alt und hat sich nicht gewehrt, denn sich zu wehren macht alles nur noch schlimmer. Die Passanten schauen gespannt zu, wie die Erpresser abgeführt werden. Der größere jammert: “Ich will sofort meinen Anwalt sprechen!” Daraufhin sagt Herr Schütze nur: “Dafür brauchen Sie jetzt einen sehr guten Anwalt, denn es gibt genügend Zeugen und eine Videoaufname von meinen Kollegen.”
3. Kapitel:Schmetterlinge im Bauch
Beni tippt diesmal Vivi an und zeigt wie im Schulhof auf eine Bank. Er sagt: “Es tut mir leid, dass ich dir vorgestern so einen Schrecken eingejagt habe. Ich wusste ja gar nicht, dass Mädchen so große Angsthasen sind.” Als Vivi das hört, gibt sie ihm eine Kopfnuss. Er taumelt kurz, kann sich aber grad so noch fangen. Aber dann sagt sie: “Es ist schon OK, du wurdest schließlich erpresst.” “Danke, dass du mir geholfen hast, wo du das gesehen hast.” bedankt sich Beni. “Hey, das reimt sich”! lacht Vivi, “und was sich reimt ist gut.” “Die Geschichte, die ich da gehört habe, ist ja ganz schön blöd. Dass, wenn du dich verplapperst, wird das einzige Foto von deinem Vatter, der vor 9 Jahren gestorben ist, zu verbrennen.” Beni nickt. “Zum Glück bist du dann mit deinem Vater gekommen.” sagt er erleichtert. Beni gibt ihr ein Küsschen auf die Wange. In diesem Moment hat Vivi so viele Schmetterlinge im Bauch, dass sie fasst umkippt. Danach drückt er ihr einen Zettel in die Hand. Nun läuft Beni zum Fahrradständer, schnappt sich sein Fahrrad und fährt davon. Gespannt faltet Vivi den Zettel auf. Es steht darauf: “Liebe Vivi, ich glaube, dass ich mehr für dich enpfinde als für andere. Wenn es dir auch so geht, schreibe es mir oder sage es mir.” Vivi weiß, was die Antwort sein wird: “Es geht mir genau so.” “Vivi, kommst du bitte, wir wollen jetzt nach hause fahren!” betet Herr Schütze. Im Auto fasst Vivi sich an die Wange, dort wo Beni sie berührt hat. Vivi ist sich sicher. Sie wird sich niiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiieeeeeeeeeeeeeeeeee wieder waschen.

Maresa Ilsinger und Anna Widmann haben den 1. Preis der 9 + 10 Jährigen gewonnen